Fr

30

Dez

2011

Zeit für einander

Alle, zumindest die meisten von uns Reitern wollen eins haben – ein Verlaßpferd. Aber ... was ist das eigentlich: ein Verlaßpferd? Ein Pferd, dem ich mich anvertrauen kann, bei und auf dem ich mich sicher fühle und angstfrei, in allen Situationen. Nun ist ein Pferd ein Wesen mit eigenen Regungen und Bedürfnissen, welches durchaus in bestimmten Situationen anderer Meinung sein kann als ich. Es ist ein Fluchtier, im Zweifelsfall seinen Instinkten folgend um sein Leben zu retten. Und so einem Wesen will ich mich anvertrauen ...?

Da ist es schon wieder, das Wort Vertrauen. Vertrauen können muß ich meinem Pferd – es mir aber auch! Vertrauen zueinander schaffen wir dadurch, dass wir einander Zeit schenken. Zeit zu verstehen, zu fühlen, zu erfahren, zu lernen was der andere mag, was er fürchtet, wie er reagiert. Ich will mein Pferd kennen, ich will es einschätzen können, ihm helfen und es beschützen, damit es seinen Fluchtinstinkt zu meinen Gunsten hinten an stellt. Umgekehrt soll mein Pferd wissen wie ich reagiere – ich will einschätzbar sein. Eine gute Führungskraft ist für die Mitarbeiter einschätzbar und damit verläßlich. So baut sich gegenseitiges Vertrauen auf.

 

All das braucht Zeit miteinander. Sein Pferd selber erziehen bedeutet viel Zeit miteinander verbringen. Sein Pferd erziehen lassen, ausbilden lassen und bereiten zu lassen verhindert meistens diese notwendige Nähe, mit dem häufigen Ergebnis eines gut trainierten Pferdes, zu dem der Reiter kein wirkliches Verhältnis, kein Vertrauen hat – eben kein Verlaßpferd.

 

Also Leute, gönnt Euch und Eurem Pferd soviel Zeit wie möglich miteinander!

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Sa

20

Nov

2010

Super-Coach

Da laufen Leute durch die kalte und trübe Reithalle, die nichts mit Pferden am Hut haben, die keine Ahnung von und keine Beziehung zu Pferden haben - es sind Business-Coaches! Was wollen die? Sich mal Pferdecoaching zeigen lassen? Natürlich nicht! Sie wollen das Pferd einsetzen, als Werkzeug, oder Neudeutsch als "Tool". Es soll den Businesskunden zeigen, wie's um deren wirkliche Führungsqualität steht. Business-Coaching mit Pferden!

 

Der gestandene Abteilungsleiter, der schon ganze Hundertschaften von Mitarbeitern durch den Arbeitsalltag geführt hat, der lernt nun, das kleine Pferdchen da vor ihm schert sich nicht die Bohne um seine Führungsbemühungen, es bleibt einfach stehen. Oder die nette junge Frau, adrett, gebildet, frisch von der Uni und neugierig auf die Welt, ausgerechnet der folgt das grosse schwere Kaltblut  - boa, das ist Führung! Wirklich? Ich bin mir da nicht mehr so sicher. Die aktuelle Disposition der vor dem Pferdchen stehen Person, die ausgestrahlte Ruhe oder das Herzklopfen vor Aufregung, die Sicherheit des Menschen oder eben seine situationsbedingte Unsicherheit - das sieht das Pferd. Und folgt oder eben nicht. Können wir daraus Rückschlüsse auf die Führungskompetenz des Menschen ziehen? Meines Erachtens: nein! wir missverstehen die Wesen, die nichts als ehrlich zu uns sind. sie sagen uns, wie es jetzt in diesem Moment um uns bestellt ist. Und zwar aus ihrer Sicht und ihrer aktuellen Disposition. Super-Analytiker sind sie nicht. Und als Medium taugen sie auch nicht. Sie sind die Protagonisten eines Hype's.

 

Unsere Welt der Führungsmodelle ist abstrakt, akademisch und extrem künstlich. Pferde sind streng hierachisch organisiert, die Führung erfolgt extrem autoritär - da steht heute im Unternehmen gottseidank jeder Betriebsrat gegen. Na ja... leiden werden die grossen und liebenswerten Vierbeiner sicherlich nicht unter den lustigen Führungs- und Folgeaufforderungen, vielleicht sind die meist ernst schauenden Menschen auch eine Abwechslung. Insofern: so what ...  

 

Natürlich hat dieses Coaching-Format auch einen guten Zweck: den Menschen mit einem Wesen zu konfrontieren, das seine Seele anspricht und sie zum klingen bringt - nutzt diese ganz persönliche Chance!  Die Pferde meinen es gut mit uns!

 

 

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So

14

Mär

2010

Alles gut ... weiter so!

Zweimal jährlich lassen wir unsere Pferde Cheyenne und Chips durchchecken. Vor allem Zähne und Gebäude sind wichtig. Hier schleichen sich Problemchen ein, die, wenn  sie unbeachtet bleiben, über kurz oder lang große Probleme werden. Und so war Marta Lewandowski wieder mal bei uns und hat als Tierärztin, vor allem aber als Chiropraktikerin die Pferde angeschaut und "durchgefühlt". Alles was sie machte hat sie kommentiert und einige Veränderungen waren sofort sichtbar. Hier und da eine kleine feine Optimierung, sonst nichts. So war das Schönste an ihrem Besuch, das beide Pferde  insgesamt tip-top beieinander sind.

 

Natürlich freuen wir uns für unsere Pferde - wir sind aber auch selber stolz! Wir haben bei der vielen Arbeit mit den Pferden unser allerwichtigstes Ziel erreicht: die beiden gesund zu halten.

 

Was sagen wir uns also?  weiter so :-)

 

 

Mehr zu Marta Lewandowski und Ihrer Arbeit:

Tierärztliche Praxis für Veterinär-Chiropraktik

    

 

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So

03

Jan

2009

Achtung Schnee ...!

Ja, Winter haben wir nun ... Schnee, Eis, Matsch. Menschen finden es in unseren Breitengraden mehr oder weniger lästig mit Winter konfrontiert zu werden ... die Pferde auch? Ihr Winterfell haben sie ja, jedenfalls wenn man sie läßt. Und wenn’s nicht zu doll weht und dabei noch nass ist, sind die Pferdchen recht fröhlich draußen. Aber da sind ja noch die Besitzer ... mit ihren Bedenken. Bedenken vor Rutschgefahr, vor aufgestollten Hufen, vor Matsch auf dem Paddock, vor zu hartem Boden, vor zu rutschigem Boden, vor Nässe und Kälte, vor zerrissenen Decken etc. Konsequenz? Pferde bleiben 24 Stunden in der Box. Da sind sie sicher.

 

Jede Überlegung zur artgerechten Haltung oder gar die Fähigkeit, die Bedürfnisse aus Sicht der Pferde zu sehen (Luft, Bewegung, Sozialkontakte usw.) wird offenbar ausgeschaltet. Und wenn Mensch kalt ist, dann macht er die Stalltür eben zu, ohne Rücksicht auf die Atemwege der Pferde. Schön ist dann die Begründung der eingefrorenen Wasserleitungen. Tja, dann müsst ihr eben Wasser schleppen, wenn die Tränken unzulänglich konstruiert wurden (Winter im Stall ist ja eigentlich nichts Neues ...), immer noch besser, als geschlossene Ställe, die nach kurzer Zeit schon recht übel riechen.

 

Und dann, dann werden sie in der Halle umhergeführt oder „ablongiert“. Frei laufen geht ja auch nicht, weil ihr Bewegungsbedürfnis sie dann umherspringen lässt – und das ist auch wieder gefährlich. Natürlich ist Vor- und Umsicht notwendig und sinnvoll (bei Glatteis auf dem Hof haben Pferde dort nichts zu suchen) – aber, liebe Leute, wozu habt Ihr Pferde? Überwindet Eure Angst und seht die Situation aus Sicht des Euch anvertrauten Lebewesen Pferd, es geht um SEINE Bedürfnisse, nicht um Eure! Mit etwas Phantasie lässt sich auch der härteste Winter pferdegerecht überstehen.

 

Euch allen, Menschen und Pferden

ein gesundes, glückliches und entspanntes 2010 !

 

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Mo

16

Nov

2009

Am Anfang war der Round Pen

Sonntag abend, ich bin müde – müde von 3 Seminartagen mit Heinz Welz. Thema: Round Pen – Arbeit  für angehende Tierpsychologen. Grundkurs Round Pen – Gott wie lange ist das her?  Fast zehn Jahre. Und inzwischen alles schon mehrere hundert mal angewandt. Also kalter Kaffee? Schnee von gestern? Keineswegs – alles neu! Klar, die Techniken sind bekannt, die möglichen Reaktionen der Pferde auch. Aber die Perspektive war eine andere, die Details sind jetzt wichtig. Wir werden im positiven Sinne kleinlich. Die psychologische Seite dieser Arbeit ist in den Vordergrund getreten. Welchen Einfluss haben unsere bewussten und unbewussten Gedanken auf uns? Was spielt sich in uns ab? Was spürt das Pferd davon?  Überzeugungen, Lebensein-stellungen - wie beeinflussen sie uns und unsere Pferdearbeit? Usw, usw usw. Also,  der „kalte Kaffee“ Round Pen war nicht aufgewärmt – der war neu und frisch und spannend!

 

Wir werden nicht besser, indem wir unser Pferde Jahr ein Jahr aus mit immer denselben reiterlichen Kochrezepten trainieren bzw quälen. Wir werden besser, indem wir unseren aktuellen Wissenstand in Bescheidenheit relativieren und jederzeit offen sind, unsere Denkkonzepte zu verändern. Reflektieren und in sich gehen, immer wieder mit anderen austauschen, Neues aufnehmen, Bewährtes in Frage stellen, in die Details abtauchen und dabei besser werden. Und immer mal wieder an den Anfang zurückkehren!

 

Und übrigens: es gibt sie noch, die Menschen, die nicht in Reitweisen und Turnieren denken, sondern das Pferd als wunderbares Wesen im Fokus haben. Bei Heinz trifft man sie.

 

Mehr zu Heinz Welz:

www.heinzwelz.de

 

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Mo

31

Aug

2009

ein Tag

Am Morgen Angst! Chips ist in der Klinik wegen einer Routineoperation. Aber es ist keine Routine, ein Anruf, es gibt Komplikationen, Not-OP und die nächsten Stunden Angst. Wieder diese Angst um ein Pferdeleben. Wie damals um Mito: ein Anruf vom Stall und alles war anders. Vor Stunden nach einem schönen Ausflug auf den Paddock gebracht, nun Beinbruch. Noch ein paar Stunden Angst und Hoffnung, dann die Gewissheit: irreparabel - Ende.

Und nun Chips. Aber es ist noch mal gutgegangen und Chips wird wieder gesund.

Die Angst ist weg.

 

Spätnachmittag: 24 Grad, Sonne, zwei Pferde im ruhigen Galopp über abgeerntete Felder dem Abend entgegen – was kann schöner sein?

 

 

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Di

07

Jul

2009

nun stellt Euch bloß nicht so an ...

Die Pferde, diese edlen Tiere, die Freunde des Menschen. Son Quatsch: Sportgeräte sind das. Kaputt? Austauschen! Und nicht vergessen:  vorher gut versichern!

Pferde sind teuer, Pferdesport noch teurer. Da kann man es sich nicht leisten, dass das eigene Pferd an Wert verliert, nur weil es ein bischen doll krank ist. Soll keiner merken, also ein paar Pillen rein und schon gehts dem Pferdl gut - jedenfalls solange, wie andere zukucken.

Als die Meldung kam, dass nach den Springreitern nun auch die Dressurreiter Doping betreiben, war das nur die Bestätigung einer Ahnung, dass diese Herrschaften nicht geschickt genug, also dumm sind. Die große Isabell Werth, Idol vieler Dressurfans, ist erwischt worden, wird nun des Dopings bezichtigt. Dumm gelaufen! Das ist wie mit dem zu schnell fahren: das tun ganz viele - man darf sich halt nur nicht erwischen lassen.

 

Aber mal im Ernst:  wann fangen die Pferdemenschen, die Reiter, die ordentlich und pferdegerecht mit ihren Vierbeinern umgehen, sie nicht gnadenlos ausbeuten und verheizen, wann fangen wir an, solchen "Sport" und die verantwortlichen Reiter zu verachten? Wann ?

 

Lesenswert dazu auf ZEIT-Online:

www.zeit.de/2009/28/WOS-Interview-Blobel

 

 

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Mi

27

Mai

2009

Dank für ein Geschenk

Oft wird einem ja nicht was geschenkt - einfach so ... Aber nun hat mir mein Pferd mal wieder ein Geschenk gemacht: er hat etwas gut gemacht ohne das wir es trainiert haben, sozusagen von selber. Westernpattern reiten völlig ohne Gedöns am Kopf - nur mit Halsring. Und es hat auf Anhieb geklappt, inklusive Seitengänge, Stopps etc. Wie kann das sein, wo man sich doch sonst so vieles so schwer erarbeiten muss. Es ist die kontinuierliche und geduldige Vorarbeit, das Eingehen auf die Pferdepersönlichkeit, der Respekt dem anderen Lebewesen gegenüber usw. Alles das zahlt sich aus - und zwar dann, wenn man es nicht verlangt und nicht damit rechnet und sich deshalb doppelt freut. Lieber Cheyenne, ich danke Dir für jedes Deiner Geschenke!

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Fr

13

Mär

2009

Starke Typen ...

wir wissen wohl inzwischen alle, dass nicht nur Menschen sondern auch Pferde so etwas wie Charakter haben (oder auch nicht). Trotz Studium der Pferdepsychologie, der Evolution, des Lernverhaltens usw, war es mir nie ernsthaft in den Sinn gekommen, meine Pferde einfach als Persönlichkeiten, als Typen zu sehen.

 

Was passiert eigentlich, wenn der Sensible den Dominanten trifft, der Verspielte den Paniker, der Paniker den Dominanten usw. Oder wie sieht es gar aus, wenn sich zwei Dominante gegenüberstehen? Oder ein panischer Mensch einem verspielten und dominanten Pferd ...

 

Eigentlich ja alles nichts wirklich Neues. Es wurde bislang nur nicht genug berücksichtigt. Aber viele unserer Umgangsprobleme zwischen Mensch und Pferd beruhen nun mal auf der Begegnung verschiedener Persönlichkeitstypen. Vor allem zeigt mir der Vergleich, dass wir unsere eigenen Persönlichkeitsmerkmale und die unseres Pferdes (er)kennen und berücksichtigen sollten, bei allem, was wir von uns und unserem Partner erwarten.

 

Ich werde es jedenfalls tun - es ist jetzt Bestandteil meiner Arbeit.

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So

01

Feb

2009

eilig, schnell, zielorientiert - wir brauchen mehr Zeit

Nun mach ich das mit den Pferden schon so lange - und was hab ich gelernt?  Vor allem Zeit haben. Selber Zeit investieren, dem Pferd Zeit schenken, sozusagen openend-learning.

Heute fiel es mir wiedder mal auf: was wird zu Problemchen oder grundsätzlichen Fragen erwartet? Eine einfache, unkomplizierte Antwort: drehe hier und zupfe da und dann ist gut. Sie haben keine Zeit, ihr Problem zu analysieren, es zu verstehen, eine Strategie entwickeln - ganz zu schweigen davon, diese dann auch "in Ruhe" umzusetzen, bzw zu modifizieren.

 

"Ich mache mit meinem Pferd (nur) das, was ich für Turniere brauche". Mhmm, was ist denn das? Gangarten, Manöver usw? Und wie lerne ich die, wie lernt mein Pferd die? Über gute Basisarbeit ! Da ist sie wieder, die Zeit.  Basis ist langweilig, wie Grundschule, bloß nicht so lange damit aufhalten. Ein toller Stop soll es sein und zwar möglichst schnell. Und mein Pferd muß schon mit 3 Jahren zum Turnier. Also muß es schnell lernen. Alles schnell schnell.

 

Warum haben sie nur so eilig? Wahrscheinlich weil unsere Zeit so auf Tempo geprägt ist. Egal - mit unseren Pferden funktioniert das anders: alles was wir von unserer eigenen, wertvollen, persönlichen Zeit in sie investieren, bekommen wir mit Zinseszins von Ihnen zurück. Dann schenken sie uns ihre Partnerschaft, ihre Mitarbeit und ihr Vertrauen - und dann geht alles wirklich schnell.

 

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Sa

06

Dez

2008

eine homepage für mich !

Die Jimdo-Page ist zur eigenen Homepage mutiert.

Aus dem langen Titel

www.horseman-coaching.jimdo.com

ist

www.go-horseman.de

geworden. Ist das jetzt professioneller?  Ja, wahrscheinlich. Egal, sieht jedenfalls gut aus.

 

Und der Name, was bedeutet der?  www.go-Horseman.de soll meinen Wunsch wiedergeben, möglichst viele Pferdeleute zu Horseman zu machen, bzw ihren Weg dahin zu unterstützen - zu coachen.

 

Nach wie vor werde ich die Page weiter wachsen lassen. Langsam, nur wenn's wirklich was wichtiges neues gibt. Es gibt Infos zu meiner Arbeit und meinen Erfahrungen, aber auch gute Bücher- und Linktips und die eine oder andere tiefsinnige Überlegung rund ums Pferd. So soll ein kleiner Infopool rund ums Horseman-Coaching entstehen.

 

Es müssen nicht alle Inhalte von mir stammen. Ich übernehme auch gerne Gutes und Wertvolles. Also schickt mir Eure Inhalte, Anregungen usw.

 

 

 

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